Thomas Koppe lustige Gedichte
Schreib doch mal!

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Freitag der 13.
 
Der Kaffee ist alle, der Toast schmeckt verbrannt.
Das Glas Marmelade rutscht mir aus der Hand,
fliegt spritzend zu Boden, der Toast hinterher –
als ob heute Freitag, der 13. wär.
 
Der Bus hat Verspätung, ich lauf wenn ich muss.
Ich geh’ um die Ecke, da hör’ ich den Bus.
Ich winke und latsch’ in ‘nen Haufen hinein –
heut könnte echt Freitag, der 13. sein.
 
Das Pech, es verfolgt mich, mir wird es nun klar.
Es klebt wie der Kaugummi in meinem Haar.
Ich schieb’ mir die Bälle ins eigene Tor.
So stell ich mir Freitag, den 13. vor.
 
Die Liebste ruft an und sie macht einfach Schluss.
Am Abend, da kommt diesmal wirklich kein Bus.
Im Treppenhaus, da brennt heute leider kein Licht.
Die Vase vom Nachbarn, die seh ich so nicht.
 
Nun sitze ich doch endlich wieder zuhaus’.
Beim Fernsehgerät fiel das Bild grade aus.
Im Radio scherzt man: „Bleib bloß Optimist!“.
Weil morgen ja Freitag, der 13. ist.
 
© Thomas Koppe, 2012
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Schlaraffenland
 
allzeit Mitreden
des Grundwissens wegen
fort mit den Noten
ein Herz für Idioten
 
Kinder, zwei kleine
Alte in Heime
Tage totschlagen und Nachbarn -
verklagen
 
dem Christkindl lauschen
Geschenke umtauschen
gib was fürs Sparschwein oder -
nen’ Gutschein
 
weltweiter Einblick
Freunde -
per Mausklick Monster erschaffen
und prächtigste Waffen
 
verlorene Bräuche
gewachsene Bäuche
Sesselplattsitzer
Beimessenschwitzer
 
alles Mitnehmen
nach Einfachheit sehnen
Fernsehgeflimmer
statt Milchstraßenschimmer
 
für bessere Zeiten
in Kaschemmen streiten
bei leeren Kassen
anschreiben lassen
 
Riesenportionen
Wale verschonen
Diäten versuchen
und Käsekuchen

© Thomas Koppe, 2008

 

 
In eurem Namen
 
Ihr führt in eurem Namen Krieg.
Ihr führt ihn nicht in meinem!
Ihr führt ihn bis zu eurem Sieg.
Und wieder bis zu keinem.
 
Ihr führt in eurem Namen Krieg?
Und einzig für’s Gerechte -
Denn ihr erklärt den Unterschied.
Hier wir – und dort das Schlechte.
 
Führt ihr in unsrem Namen Krieg?
Für unsrer Kinder Leben?
Führt ihr ihn bis zu ihrem Sieg?
Wird ihnen dann vergeben?
 
Ihr führt in eurem Namen Krieg!
Und habt für uns entschieden.
Ihr tötet nur für euren Sieg.
Ihr tötet für den Frieden?
 
Ihr führt den Krieg in alle Zeit.
Habt ihn für uns beschworen.
Der Unterschied, er liegt im Leid.
Im – Wo bist du geboren?
 
Ihr führt in eurem Namen Krieg!
Ihr führt ihn nicht in meinem!
Ihr führt ihn bis zu eurem Sieg.
Und wieder bis zu keinem.

© Thomas Koppe, 2008

***
Ich will mit dir
 
Ich will mit dir die schönsten Wege gehen.
Mit dir will ich mein größtes Glück erfahr’n.
Ich will die Welt mit deinen Augen sehen.
In allen Zeiten will ich zu dir stehen.
Will da sein, immerzu, in allen Jahr’n.
 
Ich will mit dir die schönsten Freuden teilen.
Mit dir teil ich auch allergrößten Schmerz.
Ich will, dass unsre Wunden immer heilen.
In Liebe schwöre ich dir diese Zeilen.
Ich will - mit dir und schenke dir mein Herz.
 
© Thomas Koppe, 2013
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
***
Das “Neue Museum”, es lud zur Kultur,
Kultur der Moderne, ein Kunstgenuss pur,
versprach es
und so zog auch ich durch die Hallen
und manch’ Exponat konnte durchaus gefallen.
Und hab’ ich hier auch die Erkenntnis gewonnen:
Kunst kommt wohl von können
 -
noch mehr von drauf kommen.
 
© Thomas Koppe, 2008

 

 

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