Thomas Koppe Gedichte Lyrik Geschichten Lieder
Schreib doch mal!

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Optimist

Der Optimist hat sich nun selbst begraben
Zu hoffnungslos fand er sich doch zuletzt
Ertappte sich beim Jammern und beim Klagen
So schnappte er sich Kreuzhacke und Spaten
Die Pessimisten zeigen sich entsetzt

Nun ist er tot, dahin, er ist verschieden
Die Ruhe kehrt alsbald ins Tal zurück
Kein Dummgeschwätz, es herrscht nun wieder Frieden
Man sollte jede Frohnatur verbieten
Sie bringt ja nicht einmal sich selber Glück

Die Pessimisten feiern heute wieder
Und schenken sich nach jedem Glas Applaus
Im Dunste ziehen herzensschwere Lieder
Und jede Hoffnung drückt's zum Boden nieder
Das Leben das ist Scheiße – Punkt und aus
 
© Thomas Koppe, 2008
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlag-Zeile

In seiner alten Heimat hatte er keine Freunde. Dort wo er nun lebt, ist alles anders.

Hier hat er nicht einmal Feinde.

© Thomas Koppe, 2009

***

tauchen
 
alles im leben -
verlorene tage perlen vergessen
stumm schmelzen die schatten auf meiner haut
kein blinder gedanke lässt mich irrend im dunkel zurück -
ein jeder schließt dich und die wärme mit ein
 
nie mehr vergleichbar
ein lächeln, ein wort, die kleinste berührung
nichts weiter von nöten,
kein zweifel - gefunden
allein dich zu kennen, das wissen um dich, gibt doch allem den sinn
 
vor meinen augen
tanzen die tage, die nächte in flammendem leben -
in samtenen winden, wogenden jahren
kein erwachen, kein traum, unfassbar, mein glück
und alle zeit tauche ich wieder -
zu dir

© Thomas Koppe, 2009

 

 

Leidenschaft

Hab’ eine neue Leidenschaft - ich trinke,
aus deinen Augen schöpf’ ich mir mein Licht.
Und wenn ich leis’ und stumm zum Grunde sinke,
dann wünsch’ ich stets, ich hätte mehr Gewicht.
 
Die Fische hier seh’n aus wie kleine Tränen.
Ich fange sie mit meinen Händen ein.
Sie sollen nichts verraten, nichts erwähnen.
Alleine mein Geheimnis soll es sein.
 
Am Mittag steig ich auf, mit leerem Magen,
doch finde in den Wellen keine Ruh’.
Verzweifelt schnappe ich nach jedem Haken.
Und schaue dir beim Tiefseeangeln zu.
 
© Thomas Koppe, 2009
 
***
 
Für alle Fälle
 
Und der Wind reicht mir die Hand
zu allen Zeiten
brennen Feuer hier am Strand
die Blicke gleiten
schwelgend, wandernd, dein Gesicht
ist meine Quelle
tauche einmal noch in Licht
 
für alle Fälle
 
Halb und halb wie Meer und Land
die Möwen tanzen
über mir, nur mein Verstand
endet im Ganzen
doch ich haste längst zu dir
und auf der Stelle
warte ich noch immer hier
 
für alle Fälle
 
Fern der Mond, er taumelt leer
und wie benommen
rauschen dunkle Wellen schwer
so unvollkommen
mal’ ich hier im letzten Licht
noch Aquarelle
wische sie mir vom Gesicht
 
für alle Fälle

© Thomas Koppe, 2009

***
 
Möcht' noch
 
In meinem Leben möchte ich noch tausend Fahnen hissen
Auf die ich schreib: Mir geht es gut! Doch auch: Mir geht's beschissen!
 
Ich will noch kampflos untergehen! Kämpfend will ich siegen!
Möcht' unter manche Normen fallend, über meinen liegen
 
Will auf der Überholspur noch den Blinker mutig setzen
Und still vom Seitenstreifen schaun wie andre vorbei hetzen
 
Ich werd' in meinem Leben stets Gefühle leben lassen
Fiebrig soll die Liebe sein und fiebrig möcht' ich hassen
 
Ich möcht' nach einer guten Tat auch Dank entgegennehmen
Und nach mancher Peinlichkeit mich hin zum Tode sehnen
 
Ich will den Mut zum Freunde und die Angst zum Kumpel haben
Noch viele heiße Abenteuer mit den beiden wagen
 
In meinem Leben möchte ich noch tausend Fahnen hissen
Auf die ich schreib: Was ist es nun? Und auch: Ich will es wissen!

© Thomas Koppe, 2007

 

 

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